
Der Test
Das Test Team bestand diesmal aus vier erfahrenen Testern und vier Gast-Testern, alle vier gute bis sehr gute Windsurfer. Einer davon ein Shopbesitzer, der uns unter anderem genau erklären konnte, warum es Sinn macht, die Spitzen der Freeride-Boards weiß zu gestalten: So sind sie, nach den in dieser Boardklasse häufig vorkommenden Schleuderstürzen, viel unauffälliger zu reparieren.
Das Revier
Der Test fand im Februar im neuen Oceansource Center in El Tur statt. Das perfekte Revier, mit Flachwasser auf der einen Buchtseite und moderaten Wellen auf der anderen Seite des Reviers. Dazu kam der in dieser Jahreszeit sehr beständige Wind von mindestens drei bis oberen sechs Windstärken.
Wie wurde gestestet?
Die Boards wurden in den unterschiedlichten Windbedingungen getestet. Angleiten, Speed, Drehfreudigkeit und Handling standen dabei im Vordergrund. Zum direkten Vergleich fanden einige Rennen mit wechselnden Piloten um einen Bojenkurs statt und reine Halbwind-Speedfahrten vom einem Ende der Bucht zum anderen. So blieben keine Stärken und Schwächen unentdeckt.
Die Boards
Das Gro der Designs kann man getrost als sehr gute Allround Freerider bezeichnen, die eine Menge Spaß bringen und dabei alles andere als langweilig zu fahren sind. So kann man sie mit Ausnahme von blutigen Anfängern problemlos jeder Könnerstufe empfehlen.
„Burn and Turn“ Surfer:
Damit meinen wir Surfer, die in erster Linie versuchen mit so viel Speed wie möglich auf Halb- oder Raumschotkurs unterwegs zu sein, eine Halse fahren und dann wieder „Hackengas“ geben. Für diese Surfer bietet das Test Line Up die meisten Alternativen. Ein gutes Resultat, da dies den Großteil der Freeride-Surfer beschreibt. Dazu sind die meisten Shapes sehr einfach und komfortabel zu fahren und auch in Punkto Ausstattung auf einem hohen Niveau unterwegs.
Freeride Slalom Surfer:
Das JP Supersport ist eindeutig mehr auf Speed ausgelegt, als der Rest im Feld. Es ist aber auch deutlich technischer zu surfen als seine Konkurrenten. Es gibt noch ein, zwei andere, die in diese Richtung tendieren, doch in einem deutlich gemäßigteren Ausmaß. Das gefiel dem einen oder anderen Tester, doch die meisten Punkte holten sich die Boards, die eindeutig auf eine gute Mischung von Speed und Manövern ausgelegt sind.

Einsteigertauglichkeit
Mit dem richtigen Gewicht können alle Shapes auch für Einsteiger funktionieren. Allerdings sind einige aufgrund ihrer Fahreigenschaften besonders für diese Könnensstufe geeignet.. Wenn du also überlegst, dir ein Board aus dieser Klasse zuzulegen, um den Umgang mit dem Trapez und den Schlaufen zu lernen, sind diese Probanden sicher ein guter Tipp. Sie können helfen die Lernkurve steiler ansteigen zu lassen.
Nicht weiter verwunderlich, dass die etwas kleineren Boards im Allgemeinen besser bewertet wurden. Und dass, obwohl zwei der Tester die 100 Kilo Marke ankratzen. Dies zeigt nur noch einmal, dass nur ein paar Zentimeter in der Breite einen riesengroßen Unterschied ausmachen können. Trotzdem sollten gerade die noch nicht ganz so erfahrenen Surfer die Boards lieber einen Tick größer wählen, um auf der sicheren Seite zu sein. Andersherum sollten gute Surfer es sich genau überlegen ob sie wirklich so viel Breite und Volumen im Board benötigen, da dies die Fahreigenschaften im mittleren und oberen Windbereich schnell limitiert.
Ein anderes Ergebnis dieses Testes ist nicht neu, sollte aber immer wieder einmal ins Gedächtnis gerufen werden. Gast Tester Jonno Dunnet: „ Meine größte Erfahrung aus diesem Test war, das man nicht dem Markenimage trauen darf, sondern offen an die Sache herangehen muss und versuchen sollte, so viele unterschiedliche Boards zu surfen, wie man unter die Füße bekommen kann.“
Das können wir nur noch mal unterstreichen. Es geht nicht darum eine Marke zu kaufen, sondern es geht darum das beste Board auf dem Markt für seine Bedürfnisse zu finden.
Die Favoriten
Der AHD Fast Forward, der Drops Naked 112, der Fanatic Eagle 113 und das HiFly Free 118 sind alle fantastische Boards für „Burn und Turn“ Surfer. Schnell, spaßig, reaktionsschnell und aufregend zu fahren. Bist du auf der Suche nach einem unkomplizierten, High-Performance-Freizeitboard, gibt es nichts Besseres auf dem Markt, als diese Shapes. Sie gefielen durch die Bank allen Pro- und Gast-Testern und sind für die richtige Gewichtsgruppe auch eine gute Empfehlung für Einsteiger und Surfer mit mittlerem Fahrkönnen. Von diesen Vieren ist der Drops das schmalste Board und damit auch das lebendigste. Der Fanatic ist das wendigste, der HiFly geht außerordentlich komfortabel und weich zur Sache und der AHD ist etwas größer als die drei anderen und ist damit etwas besser für schwerere Fahrer geeignet. Dabei haben sie mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede: Diese vier Bretter sind zusammen mit einem anderen, sehr ähnlichen Shape - die Trendsetter des Tests. Sie machten aus dieser Testsession eine der besten der vergangenen Jahre. Wir sind von Ihnen so begeistert, weil sie ohne viel Schnickschnack einen sehr guten Job machen: Aus den alltäglichen Freeride-Bedingungen das Beste heraus zu holen.
Das JP X-Cite Ride 110 ist das andere Board, das den oben genannten ähnelt. Wir wollen es aber noch einmal extra herausstellen, weil es auf den Listen von allen Testern im oberen Bereich rangiert und dabei so einfach zu fahren ist, dass es eine echte Lernhilfe für den Aufsteiger darstellt. Dazu ist es für den fortgeschrittenen Surfer ohne Frage auch ein Board, das wirklich Spaß macht.
Ähnlich in seinen Fahreigenschafen und beliebt bei allen Testern sind das Goya FXR und das Starboard Kombat 122. Beide sind größer als die vorher genanntenBoards und nicht ganz so früh im Gleiten, aber sie sind sehr einfach zu surfen und bringen jede Menge Spaß. Verglichen mit den anderen Boards vermitteln sie in den Manövern ein angenehmes Waveboard-Feeling. Beide liegen sehr locker und frei unter den Füßen und reagieren für so große Boards sehr direkt auf Fußsteuerung. Daneben bieten sie viel Auftrieb und Kippstabilität für Einsteiger. Kurz: Eine sehr interessante Mischung.
Zwei weitere Boards erregten beim Test aus ganz unterschiedlichen Gründen Aufsehen. Einmal der F2 Xantos, nicht zuletzt aufgrund seines günstigen Preises. Eben dieser, verbunden mit den sehr guten Fahreigenschaften, macht aus dem Board ein verlockendes Angebot. Der Shape ist sehr gut auf den Anfänger und Surfer mit mittlerem Fahrkönnen ausgelegt und bietet als einziges Board der Testgruppe somit wirklich greifbare Vorteile für genau diese Zielgruppe. Es ist am einfachsten zu handeln, wenn man nicht gleitet. Es gleitet leicht an und ist dann stabil und kontrolliert. Obwohl es relativ schwer, ist reagiert es gut auf Fußsteuerung und hat so auch dem fortgeschrittenen Surfer noch einiges an Leistungsreserven zu bieten.
Das andere Board, das „aus der Reihe fiel“, ist das JP Supersport 107. Es ist kürzer und leichter als die anderen Boards, hat Cut Outs am Heck und mehr Kurve im Unterwasserschiff, was höhere Endgeschwindigkeiten möglich macht. Es ist eine Mischung zwischen reinen Freeride- und Slalomshapes. Klar ist es nicht ganz so schnell wie ein reinrassiges Slalomboard. Vielleicht macht es auch nicht ganz so viel Spaß wie ein reinrassiges Freerideboard. Dennoch ist es - trotz der kleinen Einschränkungen hier und da - in Punkto Easy Surfing oder Manöver ein Genuss, damit auf dem Wasser zu sein. Schnell und sehr frei unterwegs, egal ob im Flachwasser oder in den Wellen, war es der Favorit unserer leichten bis mittelschweren Testern mit hohem Fahrkönnen.
Ich weiß, wir haben schon über die Hälfte der Testboards gesprochen, doch es gibt noch drei, die auf jeden Fall eine Erwähnung wert sind. Alle drei sind im Grunde genommen Freerider. Sie haben aber alle einen leichten Touch in die eine oder andere Richtung. Diese leichte Einschränkung in Punkto Allroundtauglichkeit mag der Grund sein, warum sie nicht ganz so viele Fürsprecher bekommen haben wie die vorher genannten Shapes. Es handelt sich um den RRD Z-Type 120, den Fanatic Hawk 123 und den Tabou Rocket 125. Von diesen Dreien geht der Hawk noch am ehesten als „Burn und Turn“ Board durch. Er ist der leichteste der drei, dreht am besten und ist auch ein wenig schneller unterwegs. Das RRD hat ein sehr klassisches Fahrgefühl zu bieten und ausgezeichnete Fahreigenschaften im mittleren Windbereich. Das Gleiche gilt für den Tabou, der sehr gut mit großen Segeln harmoniert und auch für Einsteiger zu empfehlen ist.
Unter dem Strich bietet das Testfeld eine Menge Qualität für dieses außerordentlich wichtige Marktsegment. Damit sollte für so gut wie jeden Windsurfer das passende Board dabei sein.
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